Pressemitteilung

Neue Studie zeigt: China führend in der KI-Forschung und wichtigster Kooperationspartner des Westens

China überholt den Rest der Welt in der Forschung zu Künstlicher Intelligenz – zu einem Zeitpunkt, an dem KI zunehmend als strategischer Faktor betrachtet wird, vergleichbar mit Energieversorgung oder militärischen Fähigkeiten. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Bericht des Forschungstechnologieunternehmens Digital Science, der heute veröffentlicht wurde.

Der Bericht mit dem Titel „DeepSeek and the New Geopolitics of AI: China’s ascent to research pre-eminence in AI“ stammt von Dr. Daniel Hook, CEO von Digital Science. Grundlage der Analyse sind Daten aus Dimensions, der weltweit größten und umfassendsten Datenbank zum globalen Forschungsökosystem.

Dr. Hook hat KI-Forschungsdaten aus dem Zeitraum 2000 bis 2024 ausgewertet, Kooperationsmuster untersucht und diese in geopolitische, wirtschaftliche und technologische Kontexte eingeordnet.

Dem Bericht zufolge ist die KI-Forschung weltweit seit der Jahrtausendwende stark gewachsen – von knapp 10.000 Publikationen im Jahr 2000 auf rund 60.000 Publikationen im Jahr 2024.

Zentrale Ergebnisse des Berichts

Zu den wichtigsten Erkenntnissen von Dr. Hook zählen:

  • China ist zur führenden globalen Macht in der KI-Forschung aufgestiegen – nicht nur gemessen am Publikationsvolumen, sondern auch an Zitierhäufigkeit und Einfluss. In den vergangenen sieben Jahren hat China seinen Vorsprung gegenüber anderen Ländern deutlich ausgebaut.

  • Die USA verfügen weiterhin über die stärkste KI-Start-up-Landschaft, doch China holt rasch auf.

  • Im Jahr 2024 entsprach Chinas Publikationsoutput in der KI-Forschung dem kombinierten Output der USA, des Vereinigten Königreichs und der EU (EU-27) und vereinte inzwischen mehr als 40 Prozent der weltweiten Zitieraufmerksamkeit auf sich.

  • Trotz geopolitischer Spannungen ist China der wichtigste Kooperationspartner für die USA, das Vereinigte Königreich und die EU in der KI-Forschung – bei zugleich geringerem Bedarf an wechselseitiger Zusammenarbeit als bei diesen Partnern.

  • Chinas KI-Talentpool übertrifft den seiner Wettbewerber deutlich: Rund 30.000 aktive KI-Forschende sowie eine große Zahl an Studierenden und Postdoktorandinnen und -doktoranden bilden die Grundlage.

  • Die EU profitiert von einer starken internen Zusammenarbeit innerhalb ihres Forschungsraums.

  • China dominiert KI-bezogene Patente: Patentanmeldungen und unternehmensnahe KI-Forschung zeigen in einigen Kennzahlen einen Vorsprung gegenüber den USA um den Faktor zehn – ein Hinweis auf Chinas Fähigkeit, Forschung in Innovation zu überführen.

„KI ist nicht länger neutral – Regierungen nutzen sie zunehmend als strategisches Gut, vergleichbar mit Energie oder militärischer Stärke, und China setzt diesen Vorteil gezielt ein“, sagt Dr. Hook.

„Regierungen müssen die lokalen, nationalen und geostrategischen Auswirkungen von KI verstehen. Ein Mangel an KI-Kompetenz oder -Kapazität kann aus wirtschaftlicher, politischer, gesellschaftlicher und sicherheitspolitischer Sicht gravierende Folgen haben.“

China baue seine KI-Forschungskapazitäten „in beeindruckendem Ausmaß“ aus, so Dr. Hook weiter. Anders als westliche Länder mit wenigen, stark konzentrierten KI-Zentren verfüge China über 156 Institutionen, die im Jahr 2024 jeweils mehr als 50 KI-Publikationen veröffentlichten. Dies stütze ein landesweites Innovationsökosystem. Zudem sei Chinas KI-Belegschaft jung, wachsend und langfristig gut positioniert.

Ein sichtbares Zeichen dieser Entwicklung sei die Veröffentlichung des DeepSeek-Chatbots im Januar dieses Jahres.
„DeepSeek ist nicht nur eine technologische Neuerung, sondern ein Symbol für einen tiefgreifenden Wandel in der globalen KI-Landschaft“, so Dr. Hook.

„DeepSeek steht für Chinas technologische Eigenständigkeit. Das kosteneffiziente, Open-Source-LLM zeigt, dass das Land in der Lage ist, US-amerikanische Chiprestriktionen zu umgehen und KI-Entwicklung in großem Maßstab voranzutreiben.“

Der Bericht ordnet zudem die Situation in den USA, im Vereinigten Königreich und in der EU ein.

Das Vereinigte Königreich bleibe zwar „vergleichsweise klein, aber global einflussreich“. Trotz seiner Größe erzielte es weiterhin überdurchschnittliche Aufmerksamkeit pro Publikation.

Die EU hingegen läuft Gefahr, bei Sichtbarkeit und Umsetzung ins Hintertreffen zu geraten. Sie zeige eine geringere internationale Zusammenarbeit außerhalb des eigenen Forschungsraums und habe Schwierigkeiten, Forschung in angewandte Ergebnisse – etwa Patente – zu überführen. Dies werfe Fragen zur künftigen Wettbewerbsfähigkeit der EU im KI-Bereich auf.

Über Dimensions

Dimensions ist Teil von Digital Science und bietet den weltweit größten Bestand vernetzter Forschungsdaten. Die Plattform ermöglicht einen neu gedachten Zugang zu Fördermitteln, Publikationen, klinischen Studien, Patenten und Policy-Dokumenten an einem zentralen Ort. Dimensions ist auf Bluesky, X und LinkedIn vertreten.

Über Digital Science

Digital Science ist ein auf Künstliche Intelligenz spezialisiertes Technologieunternehmen, das innovative Lösungen für komplexe Herausforderungen von Forschenden, Hochschulen, Förderinstitutionen, Industrie und Verlagen entwickelt. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit trägt Digital Science dazu bei, globale Forschung zum Nutzen der Gesellschaft voranzubringen.
Zum Markenportfolio zählen unter anderem Altmetric, Dimensions, Figshare, IFI CLAIMS Patent Services, metaphacts, OntoChem, Overleaf, ReadCube, Symplectic und Writefull.
Weitere Informationen unter digital-science.com sowie auf Bluesky, X und LinkedIn.


Aus dem Englischen übersetzt.