Pressemitteilung

Macmillan unterzeichnet Unterstützungsbrief für den „Rhode Island Freedom to Read Act“

Als breites Bündnis aus Verlagen, Autor*innen, Illustrator*innen, Buchhändler*innen, Lehrkräften sowie weiteren unterstützenden Organisationen wenden wir uns an Sie, um unsere ausdrückliche Unterstützung für den Rhode Island Freedom to Read Act (H5726 im Repräsentantenhaus und S0238A im Senat) zu erklären. In einer Zeit zunehmender Zensur und politischer Unsicherheit auf Bundesebene kann Rhode Island einen nationalen Maßstab für den Schutz der Rechte seiner Bürgerinnen und Bürger setzen.

Zunehmende Zensur auf nationaler Ebene

In den gesamten Vereinigten Staaten haben Versuche, Bücher zu verbieten oder einzuschränken – häufig solche, die vielfältige Perspektiven, gelebte Erfahrungen oder herausfordernde Ideen widerspiegeln – ein bislang beispielloses Ausmaß erreicht. Nach Angaben von PEN America wurden im Schuljahr 2023–2024 mehr als 10.000 Anfechtungen oder Verbote von Büchern registriert – ein neuer Höchststand. Öffentliche Bibliotheken verzeichneten einen Anstieg zensierter Titel um 92 Prozent. Selbst diese Zahlen bilden das tatsächliche Ausmaß nicht vollständig ab: Das Office for Intellectual Freedom der American Library Association geht davon aus, dass 82 bis 97 Prozent aller Buchanfechtungen nicht dokumentiert werden.

Auch Rhode Island bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. Dort ist ein deutlicher Anstieg von Anfechtungen zu beobachten, die sich vor allem gegen Literatur mit LGBTQ+-Themen, gegen People of Color sowie gegen andere historisch marginalisierte Gruppen richten.

Buchverbote und -einschränkungen stoßen in der breiten Öffentlichkeit auf geringe Zustimmung. Laut einer Studie der Knight Foundation lehnen 71 Prozent der Wählerinnen und Wähler Buchverbote ab, und 91 Prozent sind der Ansicht, dass niemand darüber bestimmen sollte, was andere Familien lesen. Solche Kampagnen untergraben die fachliche Kompetenz von Lehrkräften, schränken die freie Meinungsäußerung ein und nehmen jungen Menschen die Möglichkeit, sich selbst in Literatur wiederzufinden oder andere Lebensrealitäten kennenzulernen. Bibliothekarinnen, Bibliothekare und Lehrkräfte in Rhode Island stellen ihre Bestände sorgfältig und altersgerecht zusammen. Verfahren zur Anfechtung von Büchern binden jedoch Ressourcen, die Bibliotheken sonst für Bildungs- oder Gemeinschaftsangebote einsetzen könnten.

Schutz für Schüler*innen, Bibliotheken und Schulen in Rhode Island

Der Freedom to Read Act stellt sicher, dass Einwohner*innen von Rhode Island Zugang zu vielfältigen Ideen haben, indem er sich an den Ersten Verfassungszusatz der US-Verfassung sowie an Artikel 21 der Verfassung von Rhode Island anlehnt. Er ermöglicht es Bibliothekar*innen, Lehrkräften und Schulbehörden, Materialien anhand ihres pädagogischen Werts zu bewerten, und wahrt zugleich das Recht der Eltern, Inhalte respektvoll mit den Bildungseinrichtungen zu besprechen. So erhalten Schüler*innen vielfältige, altersgerechte Bestände, während gleichzeitig festgelegt wird, dass nur ortsansässige Personen oder Schüler*innen Materialien anfechten dürfen – ein Schutz vor externen Zensurversuchen.

Das Gesetz schützt Bibliotheken und Schulen zudem vor unbegründeten Klagen, indem es vorsieht, dass Rechtskosten den Institutionen erstattet werden, wenn sie Zensurklagen erfolgreich abwehren. Personen, die Bücher verbieten lassen wollen, müssen damit die finanziellen Folgen ihrer rechtlichen Schritte selbst tragen. Darüber hinaus schützt das Gesetz Bibliotheks-, Schul- und Museumspersonal vor zivil- und strafrechtlicher Haftung für Materialien, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit zugänglich gemacht werden. Damit schließt sich Rhode Island den übrigen Bundesstaaten Neuenglands an, die bereits entsprechende Schutzregelungen für Bibliotheksbeschäftigte eingeführt haben.

Stärkung der kreativen Wirtschaft in Rhode Island

Der Freedom to Read Act stärkt auch die kreative Wirtschaft des Bundesstaates, indem er die Meinungs- und Ausdrucksfreiheit von Unternehmen und Kreativen schützt. Er überträgt die bestehenden bundesrechtlichen Miller-Test-Standards zur Definition von Obszönität für Erwachsene und Minderjährige in das Landesrecht. Das Gesetz stellt klar, dass kein Buch aufgrund seiner Ideologie oder der Identität seiner Inhalte oder Urheberinnen und Urheber zensiert werden darf. Ziel ist es, die vielfältigen Stimmen zu fördern und zu schützen, die zur kulturellen und wirtschaftlichen Vitalität von Rhode Island beitragen. Die Freiheit zu lesen schützt damit nicht nur verfassungsmäßige Rechte, sondern auch ein kreatives Ökosystem, das Arbeitsplätze, Tourismus und das gesellschaftliche Leben stärkt.

Wahrung lokaler Entscheidungsfreiheit und verfassungsrechtliche Verantwortung

Die Gesetzesvorlagen H5726/S0238A sichern die lokale Entscheidungsautonomie, indem sie auf die Expertise ausgebildeter Lehrkräfte und Bibliothekarinnen und Bibliothekare setzen. Sie erteilen pauschalen Vorgaben von Interessengruppen eine Absage und bekräftigen zugleich die verfassungsrechtlich garantierten Rechte auf freie Meinungsäußerung und freie Informationssuche. Auf diese Weise kann Rhode Island seine Rolle als nationaler Vorreiter beim Schutz der Rechte seiner Bürgerinnen und Bürger – vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger Generationen – bekräftigen, frei zu lesen, zu denken und zu gestalten.

Wir bitten Sie nachdrücklich, den Rhode Island Freedom to Read Act zu unterstützen. Dieses Gesetz stärkt das grundlegende Recht zu lesen, ohne unangemessene Einschränkungen, und schützt zugleich die Arbeit von Kreativen, deren Stimmen eine vielfältige und lebendige Literaturlandschaft prägen – ein wesentlicher Bestandteil der Identität von Rhode Island.

Vielen Dank für Ihre Berücksichtigung.

Unterzeichnet von:

Penguin Random House
Hachette Book Group
Macmillan Publishers
Simon & Schuster
Sourcebooks
Authors Guild
National Council of Teachers of English
American Bookseller Association
Authors Against Book Bans


Aus dem Englischen übersetzt.