Lehren für die Zukunft, die wir gemeinsam gestalten
Ein Artikel von Susan Winslow, 05. Januar 2026
Ich war kürzlich auf einer Konferenz, bei der etwa die Hälfte der Speaker erwähnte, dass sie nicht mehr wüssten, welchen Weg sie ihren Kindern empfehlen sollen, um ein erfolgreiches Leben zu führen.
Künstliche Intelligenz hat diese Diskussion verändert. Das alte Versprechen, dass man mit der richtigen Studienwahl automatisch den richtigen Job bekommt, wirkt heute überholt. Wie bereiten wir also die Lernenden von heute auf das vor, was vor ihnen liegt, wenn sich die Welt schneller verändert als je zuvor? Und – noch wichtiger, wie ich finde – wie können wir dazu beitragen, eine Zukunft zu gestalten, die uns nicht nur produktiver macht, sondern auch glücklicher, stärker verbunden und erfüllter?
In meinen 25 Jahren im Bildungsbereich habe ich erlebt, wie sich Klassenzimmer auf bemerkenswerte Weise verändert haben. Wir sind von Overheadprojektoren zu Laptops und Smartphones übergegangen, von stillen Vorlesungen zu engagierten (und lauten) Lernräumen und von gedruckten Lehrbüchern zu umfassenden digitalen Ökosystemen, die Studierende jederzeit und überall unterstützen. Auch das Leben der Studierenden hat sich grundlegend gewandelt – wie sie Informationen nutzen, was sie von Lehrenden erwarten und wie sie kommunizieren und lernen.
Das Tempo des Wandels wirft echte Fragen auf und bringt auch Risiken mit sich. Wir wissen nicht genau, wie die Arbeitswelt in zehn Jahren aussehen wird oder welche Technologien das nächste Jahrzehnt prägen. Doch genau das ist meine Überzeugung: Diese Unsicherheit ist nichts, wovor wir Angst haben müssen. Sie ist eine Einladung, der Zukunft mit Optimismus, Kreativität und der Bereitschaft zu begegnen, sie gemeinsam zu gestalten. Und das gelingt, indem wir uns auf das konzentrieren, was schon immer am wichtigsten war – Studierende dabei zu unterstützen, die Fähigkeit zu entwickeln, zu lernen, zu wachsen und erfolgreich zu sein, egal was als Nächstes kommt. Darum ging es schon immer.
Innovationen im Dienst des Lernens
Innovationen überschwemmen weiterhin das Bildungsökosystem, und viele davon sind wirklich beeindruckend. Immersive Lernumgebungen ermöglichen es, komplexe biologische Systeme von innen zu erkunden und zu manipulieren. KI-gestützte Tools liefern sofortiges, personalisiertes Feedback. Adaptive Systeme holen Studierende genau dort ab, wo sie stehen.
Diese Technologien sind zweifellos leistungsstark – aber sie sind nicht das Ziel. Sie sind Werkzeuge, mit denen Studierende etwas Tiefergehendes einüben: Fähigkeiten, die prägen, wie sie denken, zusammenarbeiten, sich anpassen und ihr Leben lang weiterlernen. Diese nachhaltigen Kompetenzen geben ihnen das Selbstvertrauen, die Zukunft aktiv zu gestalten.
Bei Macmillan Learning verstehen wir KI nicht als Ersatz für Lehre, sondern als Verstärker dessen, was gute Lehrende ausmacht. Unsere KI-Tools können personalisierte Übungsformate und unmittelbares Feedback zu Routinefragen liefern. Das verschafft Lehrenden den Freiraum, sich auf das zu konzentrieren, was nur Menschen leisten können: tiefgehende Diskussionen anzuleiten, echte Ermutigung zu geben, wenn Studierende sie brauchen, und Inhalte mit der realen Welt zu verknüpfen – auf eine Weise, die Lernen inspiriert. Die Technologie übernimmt die Wiederholung. Lehrende sorgen für Inspiration und Erkenntnis.
Die Fähigkeiten, die Bestand haben
Im Laufe der Geschichte haben die besten Innovationen im Bildungsbereich Studierenden Fähigkeiten vermittelt, die sie in eine unbekannte Zukunft mitnehmen konnten.
Das sind zeitlose Kompetenzen: kritisches Denken, klare Kommunikation, Neugier, Kreativität, Zusammenarbeit und Resilienz. In jedem Beruf, jeder Disziplin und jeder Lebensphase sind sie entscheidend. Vielleicht am wichtigsten ist, dass sie uns lehren, wie wir weiterlernen und uns weiterentwickeln – möglicherweise die wichtigste Fähigkeit unserer Zeit.
Man kann es so betrachten: Marie Curie konnte sich moderne Teilchenbeschleuniger kaum vorstellen, aber sie wusste, wie man fragt, experimentiert und sich anpasst. Shakespeare kannte keine Smartphones, verstand aber menschliche Kommunikation und Verbindung. Die zeitlosen Fähigkeiten, die sie verkörperten, ermöglichen Lernen ohne Verfallsdatum. Und gerade weil wir eine Zukunft voller Möglichkeiten gestalten, sind sie heute wichtiger denn je.
Wandel im Sinne der Studierenden gestalten
Das alles ist nicht neu. Als Taschenrechner uns von der schriftlichen Division entlasteten, haben wir den Mathematikunterricht nicht abgeschafft – wir haben komplexere Probleme gelöst. Als Textverarbeitungsprogramme das erneute Abtippen überflüssig machten, haben wir das Schreiben nicht aufgegeben – wir konnten Texte auf eine Weise überarbeiten und verfeinern, die zuvor kaum möglich war.
Wir befinden uns erneut in einem solchen transformativen Moment. Studierende können heute in Sekunden einen ersten Entwurf erstellen, mit einem Prompt professionelle Visuals erzeugen oder sofortiges Feedback zu Aufgaben erhalten. Das macht Schreiben, Design oder Mathematik nicht weniger wichtig. Es bedeutet, dass wir etwas noch Wesentlicheres lehren müssen: bessere Fragen zu stellen, Ergebnisse kritisch zu bewerten und jene einzigartig menschlichen Elemente einzubringen, die kein Algorithmus ersetzen kann – Kontext, Kreativität, Urteilsvermögen, persönlichen Ausdruck und echte Verbindung.
Studierende sagen uns, dass sie sich unsicher fühlen, was ihre Zukunft betrifft. Sie wissen, dass sie KI-Kompetenzen brauchen, sind sich aber oft nicht sicher, was erlaubt ist und wann sie möglicherweise ihr eigenes Lernen untergraben.
Hier machen durchdachte Didaktik und Metakognition den entscheidenden Unterschied. Wenn KI Routinefeedback und Übung übernimmt, können Lehrende sich darauf konzentrieren, Studierende dabei zu unterstützen, unerwartete Verbindungen herzustellen, neue Perspektiven zu entdecken, mit Mehrdeutigkeit umzugehen, das Warum hinter dem Was zu verstehen und das Selbstvertrauen zu entwickeln, Herausforderungen zu meistern, denen sie noch nie zuvor begegnet sind.
Was das für Macmillan Learning bedeutet
Lehrende leisten bereits die anspruchsvolle Arbeit, Studierende auf das vorzubereiten, was vor ihnen liegt. Unsere Aufgabe ist es, diese Arbeit zu unterstützen.
Und gerade in solchen Momenten wird mir klar: Der Wandel selbst war nie die eigentliche Herausforderung. Die Herausforderung – und zugleich die Chance – bestand immer darin, sicherzustellen, dass Studierende über die Fähigkeiten und das Selbstvertrauen verfügen, die Zukunft zu meistern und sie aktiv zum Besseren zu gestalten.
Genau hier entfalten unsere Tools ihren Wert. Sie sind als Stirnlampe gedacht, nicht als Autobahn. Sie helfen Studierenden, innezuhalten, um das Gelesene zu verarbeiten, Ideen in eigene Worte zu fassen und so lange zu üben, bis es wirklich sitzt. Gleichzeitig geben sie Lehrenden einen klareren Einblick, wo Verständnis entsteht und wo Unterstützung nötig ist – damit Lehre fokussiert, rechtzeitig und zutiefst menschlich bleiben kann.
Technologie wird sich weiterentwickeln. Der Zweck von Bildung nicht. Unsere Mission bei Macmillan Learning ist es, das Mögliche für jede lernende Person zu inspirieren – und unsere Arbeit hilft dabei, den nächsten Schritt sichtbar zu machen, selbst wenn sich die Landschaft verändert. Fortschritt geschieht, wie er es immer getan hat: eine Studierende, ein Lehrender, ein Durchbruch nach dem anderen.
Aus dem Englischen übersetzt.