Pressemitteilung

KI-Tutor von Macmillan Learning stärkt Problemlösung, Selbstvertrauen und Lernbeteiligung

Macmillan Learning, ein familiengeführtes Unternehmen für digitale Lernangebote, hat erste Ergebnisse aus zwei Semestern Testbetrieb seines KI-Tutors auf der digitalen Lernplattform Achieve veröffentlicht. Die Auswertung von mehr als zwei Millionen Nachrichten sowie begleitenden Umfragen zeigt positive Effekte auf das Selbstvertrauen von Studierenden, ihre Lerngewohnheiten, Problemlösekompetenzen und die Beteiligung im Unterricht. Der KI-Tutor wurde gezielt als lernunterstützendes Werkzeug entwickelt, das das Verständnis der Lerninhalte vertieft – nicht als System, das lediglich Antworten liefert.

Die vorliegenden Daten umfassen ein volles Studienjahr (Herbst 2023 bis Frühjahr 2024) mit rund 8.000 Studierenden und untersuchen den Einfluss des Tutors auf Lernverhalten und Unterrichtsdynamik. Erste Auswertungen aus einer laufenden Analyse mit zusätzlich rund 100.000 aktuell eingeschriebenen Studierenden bestätigen bereits die in den früheren Untersuchungen beobachteten Trends.

Der KI-Tutor ist ein personalisiertes, KI-gestütztes Lern- und Hausaufgabenwerkzeug, das Studierende während ihrer Arbeit auf der Plattform begleitet. Er führt durch anregende Fragen und dialogische Impulse, fördert kritisches Denken und unterstützt Studierende dabei, eigenständig Lösungswege zu entwickeln. Auf Basis wissenschaftlich fundierter Leitplanken hilft der Tutor, Zusammenhänge herzustellen und Problemlösefähigkeiten aufzubauen, die Ausdauer im Lernprozess stärken. Er fungiert dabei wie eine verlängerte Rolle von Lehrenden oder Tutorinnen und Tutoren – unterstützend, ohne Wertung und ohne die Hemmschwelle, vermeintlich einfache Fragen zu stellen.

„Wir sind überzeugt, dass Studierende von strukturierter Unterstützung profitieren, die genau dann verfügbar ist, wenn sie gebraucht wird, und ihren individuellen Lernprozess respektiert“, sagt Marcy Baughman, Vice President Learning Science and Research. „Individuelle Unterstützung mit klaren Leitplanken fördert die Entwicklung von Problemlösekompetenzen – und stärkt zugleich Lernen und Selbstvertrauen.“

Daten und Erkenntnisse

Mehr Selbstvertrauen und höhere Ausdauer

Viele Studierende berichteten nach der Nutzung des KI-Tutors von einem gesteigerten Selbstvertrauen. Eine Befragung zur Semesterhalbzeit ergab, dass 41,5 Prozent der Studierenden eine verbesserte Problemlösekompetenz wahrnahmen. Sie beschrieben den Tutor als unterstützenden, wertungsfreien Raum, der sie motiviere, auch bei schwierigen Inhalten dranzubleiben.
Auch Lehrende bestätigen diesen Eindruck: 41 Prozent führten eine verbesserte Leistung oder höhere Prüfungsergebnisse ihrer Studierenden auf den Einsatz des KI-Tutors zurück.

„Der KI-Tutor ist eine echte Bereicherung für meinen Kurs in Analysis II“, sagt Safa Hamed, Professor für Mathematik am Oakton College. „Dieser Kurs gilt als besonders anspruchsvoll. Zu wissen, dass der Tutor verfügbar ist, nimmt Studierenden viel von der Angst, bei Aufgaben festzustecken.“

„Unser zentrales Ziel bei der Entwicklung des KI-Tutors war es, Lernen tatsächlich zu unterstützen“, ergänzt Jaclyn Wiggins Camacho, Product Director. „Der Tutor gibt keine Lösungen vor, sondern hilft Studierenden dabei, selbst dorthin zu gelangen. Das stärkt Selbstvertrauen und Ausdauer im Problemlösen.“

Veränderte Lerngewohnheiten und positive Effekte im Unterricht

Da der Tutor durch gezielte Fragen führt statt direkte Antworten zu liefern, fördert er ein vertieftes, kritisches Arbeiten mit den Aufgaben. Viele Studierende schätzen insbesondere die geduldige, schrittweise Unterstützung.

Nahezu die Hälfte der Lehrenden berichtete, dass Studierende seit Einführung des KI-Tutors seltener direkte Hilfe bei ihnen suchen. Dies deutet darauf hin, dass der Tutor bestehende Unterstützungsangebote ergänzt, statt sie zu ersetzen. Eine Studierendenrückmeldung lautete:
„Nach ein- oder zweimaliger Nutzung verstehe ich das Konzept besser und brauche keine weitere Hilfe.“

Lehrende stellten zudem fest, dass Studierende besser vorbereitet in den Unterricht kommen, was vertiefendere Diskussionen in Lehrveranstaltungen und Sprechstunden ermöglicht. Gleichzeitig gingen E-Mails zu Hausaufgaben und Anfragen nach Fristverlängerungen zurück.
„Es ist bemerkenswert, wie viel intensiver sich Studierende mit den Inhalten auseinandersetzen“, so eine Lehrkraft. „Mit weniger kurzfristigen Fragen bleibt mehr Raum für anspruchsvollere Diskussionen.“

Bessere Vorbereitung auf Prüfungen

Studierende nutzten den KI-Tutor im Durchschnitt 6,3 Minuten pro Sitzung, in einzelnen Fällen bis zu 30 Minuten. Rund 52 Prozent gaben an, dass der Tutor ihnen geholfen habe, komplexe Aufgaben besser zu strukturieren und zu verstehen – ein wichtiger Beitrag zur Prüfungsvorbereitung. Viele verwiesen dabei auf den sokratischen Ansatz, der sie zu einem systematischen Lernvorgehen anleite.

Nutzungsverhalten der Studierenden

Der KI-Tutor ist rund um die Uhr verfügbar und wird vor allem außerhalb klassischer Lehrzeiten genutzt. Besonders häufig greifen Studierende abends und nachts zwischen 18 Uhr und 3 Uhr darauf zurück, etwa kurz vor Abgabeterminen. Eine Rückmeldung lautete:
„Bei einer echten Person hätte ich das Gefühl, mit meinen vielen Fragen zu nerven – der KI-Tutor bleibt geduldig und erklärt alles Schritt für Schritt.“

Hauptsächlich wird der Tutor im Zusammenhang mit Hausaufgaben genutzt, insbesondere bei konkreten Verständnisproblemen. Lehrende beobachten zudem eine intensive Nutzung bei der Vorbereitung auf Tests und Prüfungen.

Der dialogische, ermutigende Ton des Tutors schafft eine vertraute Atmosphäre. Manche Studierende sprechen ihn sogar informell an, etwa mit: „bae i dont get this“ – ein Hinweis auf die niedrigschwellige, angstfreie Lernumgebung.

Die Nutzung variiert je nach Fach: In der Volkswirtschaftslehre formulieren Studierende häufig längere, detaillierte Fragen, während in der Chemie kürzere, häufigere Anfragen dominieren, etwa zu einzelnen Rechenschritten. Dies unterstreicht die Anpassungsfähigkeit des Tutors an unterschiedliche Lernbedürfnisse.

Fast 90 Prozent der Studierenden und 75 Prozent der Lehrenden gaben an, sie wären enttäuscht, wenn der KI-Tutor nicht mehr zur Verfügung stünde. Lehrende, die anfangs Vorbehalte gegenüber KI hatten, berichteten, dass der didaktisch geführte Ansatz des Tutors ihre Bedenken weitgehend ausgeräumt habe.

Hinweise zu den Daten:

Die Untersuchung für den Zeitraum Herbst 2023 bis Frühjahr 2024 basiert auf der Analyse anonymisierter Interaktionen mit dem KI-Tutor. Berücksichtigt wurden Nutzungsdaten, Rückmeldungen zur Nutzererfahrung sowie erste Ergebnisse einer Wirkungsstudie. Insgesamt flossen über zwei Millionen Nachrichten von mehr als 8.000 Studierenden aus über 80 Kursen sowie wiederholte Umfragen pro Semester ein. Rund 30 Lehrende steuerten zusätzlich qualitative Rückmeldungen bei.

Die Ergebnisse unterschieden sich zwischen Herbst- und Frühjahrssemester nur geringfügig, halfen aber dabei, den KI-Tutor in Bezug auf Bedienbarkeit, Genauigkeit und Unterstützung weiter zu verbessern. Weitere Erkenntnisse aus der Analyse von Millionen zusätzlicher Interaktionen von rund 100.000 Studierenden sollen 2025 veröffentlicht werden.

Die Wirkungsstudie wurde über ein Semester hinweg vom Learning Science and Research Team von Macmillan Learning durchgeführt. Das Team analysiert Lernergebnisse in Verbindung mit demografischen Daten und Nutzungsdaten der Plattform, um Bildungswirkungen differenziert zu erfassen. Die Forschung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Lehrenden, Institutionen und Studierenden, ist durch ein externes Institutional Review Board (IRB) genehmigt und wird zusätzlich von den beteiligten Bildungseinrichtungen freigegeben.

Der KI-Tutor ist derzeit für STEM- und wirtschaftswissenschaftliche Kurse verfügbar, die Materialien auf der Plattform Achieve nutzen.

Über Macmillan Learning

Macmillan Learning ist ein familiengeführtes Unternehmen für digitale Lernangebote.
Ziel des Unternehmens ist es, Lernen für alle erfolgreich zu machen. Mit Inhalten, digitalen Werkzeugen und Services unterstützt Macmillan Learning Lernende auf diesem Weg.
Weitere Informationen unter macmillanlearning.com oder in der Macmillan Learning Community.


Aus dem Englischen übersetzt.