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Den Wald einfach Wald sein lassen: Holtzbrinck investiert in Waldprojekt an der Mosel in Deutschland
Die Hitzewellen der vergangenen Wochen haben es vielen von uns wieder deutlich vor Augen geführt: Unsere Städte und Landschaften heizen sich auf – und das hat Folgen, die weit über unangenehme Sommertage hinausgehen. Daten des ECONICS Institute e.V. zeigen, dass es nicht allein die Großstädte sind, die zu Hitze-Hotspots werden. Auch ausgeräumte, baumarme Landschaften heizen sich überproportional auf, trocknen aus und verlieren genau die Fähigkeit, die sie eigentlich schützen sollte: sich selbst und ihre Umgebung kühl zu halten.
Mit einem neu entwickelten Index für Grün, Feuchtigkeit und Kühle hat das ECONICS Institute e.V. erstmals gezeigt, wie eng Pflanzenwuchs, Wasser und Temperatur zusammenhängen. Grüne, feuchte Landschaften kühlen sich nicht nur selbst – sie sorgen sogar für mehr Niederschlag und machen ganze Ökosysteme widerstandsfähiger. Über die Bedeutung dieser Zusammenhänge für Landwirtschaft und Klimaanpassung haben im vergangenen Jahr auch unsere Kolleg:innen bei der ZEIT berichtet.
Ein Wald, der sich selbst überlassen bleibt
Genau hier setzt ein Projekt an, in das wir seit Kurzem investieren: Gemeinsam mit unserem Partner woodify beteiligen wir uns an einem rund 285 Hektar großen Waldstück an der Moselschleife.
Das Prinzip dahinter ist bewusst einfach: Statt wie bei klassischen Klimaschutzprojekten auf ein einzelnes Ziel wie die Speicherung von CO₂ zu schauen, geht es hier darum, dem Wald als Ganzem wieder mehr eigene Kraft zu geben. Ein gesunder Wald kann sich nämlich selbst regulieren – je mehr Bäume, Arten und Strukturen er hat, desto besser kann er Hitze und Trockenheit abfedern und seine wichtigen Aufgaben für Klima und Natur dauerhaft erfüllen.
Konkret heißt das: Für die nächsten 30 Jahre wird auf der Fläche kein Holz mehr eingeschlagen, und schwere Maschinen bleiben draußen. Abgestorbene Bäume und Pflanzenreste bleiben im Wald liegen, statt entfernt zu werden – sie verbessern den Boden, binden Kohlenstoff, speichern Wasser und bieten vielen Arten einen Lebensraum. Der Wald darf sich selbst überlassen wachsen, ganz ohne festen Plan.
Wissenschaft begleitet das Projekt
Besonders ist, dass die Entwicklung des Projekts durch das ECONICS Institute, einen Thinktank für Ökosysteme, wissenschaftlich begleitet wird. Einige der beteiligten Partner:innen von woodify und ECONICS forschen zudem an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Mithilfe von Satellitenbildern wird die Fläche regelmäßig und großflächig beobachtet. Dabei schaut man sich vor allem an, wie grün und gesund die Pflanzen sind, wie warm der Boden ist und wie sich die Menge an Biomasse und Wasser über die Zeit verändert. Lange Zeitreihen machen sichtbar, wie sich der Wald Schritt für Schritt entwickelt.
Ergänzt werden diese Satellitendaten durch Messungen direkt vor Ort: Sensoren erfassen Temperatur und Feuchtigkeit von Boden und Luft, Mitarbeitende zählen und dokumentieren Bäume und Pflanzen, der Boden wird genauer untersucht, und sogar Vogelstimmen werden aufgenommen, um die Artenvielfalt zu erfassen. Dazu kommen Rundum-Fotos, mit denen sich die Entwicklung des Waldes über die Jahre nachverfolgen lässt. Unser Nachhaltigkeitsteam konnte sich bei einem Besuch vor Ort selbst anschauen, wie diese Untersuchungen ablaufen – von der Vermessung einzelner Bäume bis zu kleinen Testflächen mitten im Wald.
So fließen Beobachtungen aus dem Wald direkt in die Forschung ein – und die Erkenntnisse der Wissenschaft helfen wiederum dabei, das Projekt weiterzuentwickeln.
Warum wir uns engagieren
„Uns interessiert nicht das schnelle Ergebnis, sondern eine Wirkung, die Bestand hat", sagt Stephanie Trinkl, Senior Vice President Group Sustainability bei Holtzbrinck. „Diesem Wald einfach Zeit und Raum zu geben, sich selbst zu erholen, passt gut zu der Art, wie wir auch als Unternehmen denken wollen: mit langem Atem, wissenschaftlich fundiert und mit echtem Interesse daran, wie Natur funktioniert."
Mehr zum Grün-Feucht-Kühl-Index des ECONICS Institute finden Sie hier.